
Energie
Aktuell und zukünftig steht der Energiesektor vor tiefgreifenden Veränderungen, die zu einer grundlegen Transformation des gesamten Energiesystems führen werden. Dieser Wandel resultiert unmittelbar aus dem Zusammenspiel von Politik, Regulierung und marktlichen Entwicklungen. Die Energiepolitik, die in Deutschland maßgeblich von der europaweiten Liberalisierung der Märkte für Elektrizität und Gas und dem Streben nach einem gemeinsamen Binnenmarkt getrieben wird, geht dabei eng einher mit der Klima- und Umweltpolitik. So werden sowohl die Akteure der Elektrizitäts- und Gasmärkte als auch die nationalen Regierungen und Regulierungsinstitutionen vor neue An- und Herausforderungen gestellt.
Die Förderung Erneuerbarer Energien bewirkt, dass sich die physikalischen und ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Energiesystems verändern und der konventionelle energiewirtschaftliche Wertschöpfungsprozess aufgebrochen wird. Im Elektrizitätssektor gilt es, die Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz bei gleichzeitig hoher Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems zu bewältigen. Das Zusammenwachsen der nationalen Märkte, die Weiterentwicklung der europäischen Gasmärkte und die Ausgestaltung der diesbezüglichen Marktregeln stellen momentan im Gassektor die wesentlichen Herausforderungen dar. Hinzu kommen Fragen der Konvergenz der Energiesektoren und der Veränderung der Rolle des Gassektors im Kontext der Transformation des Energiesystems.
Ferner ändern sich auch die Anforderungen, die an die Netzebene gestellt werden, um als kritisches Transportmedium den strukturellen Wandel des Energiesystems zu bedienen. Dies erfordert ein Überdenken der regulatorischen Rahmenbedingungen, aber auch des Marktdesigns und der Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten der involvierten Akteure.

