Pressemitteilung

02.08.2016

Pressemitteilung

Bad Honnef, 02.08.2016 

Spotifrei vorbei: Kein Problem für Streaming-Dienste

Verbraucher sind bereit, mehr für ihren Internetanschluss auszugeben, um Streaming-Dienste zu genießen.  

Die Deutsche Telekom bietet seit heute keinen unbegrenzten freien Datenzugriff auf Spotify in ihren neuen Mobilfunkverträgen mehr an. Einige Verbraucher mögen verärgert sein – immerhin 11% der Deutschen nutzen Spotify. Doch strategisch macht dieser Schritt Sinn. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste und der Hochschule Fresenius zeigt: Deutsche Verbraucher sind bereit, mehr Geld für ihren Internetanschluss auszugeben, um Musik und Videos immer und überall ruckelfrei genießen zu können. 

Die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung und 28 Einzelinterviews zeigen: Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzungsintensität von Streaming-Diensten wie Spotifiy, Deezer, Netflix oder Amazon Instant Video und der Zahlungsbereitschaft für den Internetanschluss. Konsumenten, die diese Dienste besonders stark nutzen, haben sich in den letzten zwei Jahren nicht nur einen neuen Mobilfunkvertrag mit mehr High-Speed-Datenvolumen gekauft, sondern auch ihr Zuhause mit zusätzlicher Bandbreite aufgerüstet. Sie besitzen heute eher einen LTE-Vertrag als der durchschnittliche Verbraucher und haben einen weit überdurchschnittlich leistungsfähigen Internetanschluss zuhause. Für diese Premium-Internetzugänge zahlen sie selbstverständlich auch mehr als der Durchschnittsverbraucher.  

„Telekommunikationsanbieter profitieren durchaus vom Trend zu Streaming-Diensten", sagt Dr. René Arnold. „Der Schritt der Deutschen Telekom wird zeigen, dass die Kosten des Datentransports, allen Unkenrufen zum Trotz, gerade beim Mobilfunk durchsetzbar sind."  

Die Studie unterstreicht, dass durch Streaming-Dienste zahlreiche völlig neue Konsumsituationen entstehen: Knapp die Hälfte (46%) der Nutzer von Spotify und Co. gibt an, jetzt Musik in Situationen zu streamen, in denen sie früher gar keine Musik gehört hätten. Bei den Nutzern von Video-Streaming sind es immerhin 28%, die diese Dienste ausschließlich in neuen Konsumsituationen einsetzen.  

„Besonders wichtig ist es Konsumenten, den Soundtrack des Lebens immer und überall dabei zu haben", weiß Wirtschaftspsychologin Dr. Anna Schneider: „Doch Playlists von schlauen Algorithmen alleine machen nicht auf Dauer glücklich. Die Leidenschaft für die Musik geht so schnell verloren." Die Interviews der Studie machen deutlich, dass der „Mix der Woche" zwar angenehm und bequem ist, aber die Leidenschaft für einzelne Künstler verloren geht. Deshalb müssen sowohl Streaming-Dienste als auch die Künstler neue Wege finden, um nicht zum Hintergrundrauschen zu verkommen. 

Die vollständige Studie steht auf der WIK-Webseite zum Download bereit:
http://www.wik.org/index.php?id=822&L=0&id=822  

 

Weitere Informationen zur Studie:

Die vollständige Studie ist im Juni 2016 erschienen als WIK Diskussionsbeitrag Nr. 409 und kann bei Ute Schwab (u.schwab@wik.org oder 02224 / 92 25 41) für 7,00 Euro bestellt werden.

Für die Ergebnisse wurden insgesamt 1027 Personen vom 30.11. bis 07.12.2015 mittels Online-Befragung durch das internationale Marktforschungsinstitut YouGov befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

Kontakt:

Dr. René C.G. Arnold
Abteilungsleiter Märkte und Perspektiven
WIK Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH
Rhöndorfer Str. 68, 53604 Bad Honnef
Tel.: +49 (0)2224 92 25 25
Mobil: +49 (0)160 96995842
Email: r.arnold(at)wik.org  / homepage: www.wik.org  

Dr. Anna Schneider
Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien
Business School, Media School, Psychology School
Im MediaPark 4c, 50670 Köln
Tel. +49 (0)221 973199-715
Email: anna.schneider(at)hs-fresenius.de  / homepage: www.hs-fresenius.de

 

Über das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK):

Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) in Bad Honnef berät seit mehr als 30 Jahren öffentliche und private Auftraggeber weltweit in den Bereichen Telekommunikation, Internet, Post und Energie. Zu den Schwerpunktthemen gehören Politik, Regulierung und Strategie. Weitere Informationen finden Sie unter: www.wik.org.   

Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und den Studienzentren in Berlin, Düsseldorf und New York gehört mit mehr als 11.000 Studierenden und knapp 1.000 Fachschülern zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Praxisnahe, innovative und zugleich auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtete Studien- und Ausbildungsinhalte, kleine Studiengruppen, namhafte Kooperationspartner sowie ein umfangreiches ALUMNI NETWORK sind nur einige der vielen Vorteile der Hochschule Fresenius. Mit ihrem Stammhaus in Idstein bei Wiesbaden blickt die Hochschule Fresenius auf eine mehr als 168-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius das „Chemische Laboratorium Fresenius", das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule als staatlich anerkannte Fachhochschule in privater Trägerschaft zugelassen und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Ausbildungs-, Studien- und Weiterbildungsangebote an. Neben Bachelor- und Masterprogrammen in Vollzeit bieten die fünf Fachbereiche mit ihren acht Schools auch berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Im Herbst 2010 wurde die Hochschule Fresenius für ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen", „ihre Internationalität" sowie ihren „überzeugend gestalteten Praxisbezug" vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Im April 2016 hat der Wissenschaftsrat die Hochschule Fresenius für weitere fünf Jahre reakkreditiert.