Pressemitteilung

26.04.2016

Schreibst du noch oder kommunizierst du schon?

Pressemitteilung

Bad Honnef, 26.04.2016

Schreibst du noch oder kommunizierst du schon?

Mehr Funktionen machen Messengerdienste erfolgreich

Der Bundesrat hat die Bundesregierung am Freitag aufgefordert, Messengerdienste ebenso im Telekommunikationsgesetz (TKG) zu regulieren wie SMS, wenn sie die gleiche Funktion erfüllen. Diese Argumentation geht an der Realität vorbei.  

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) zeigt: Messengerdienste verändern das Kommunikationsverhalten nachhaltig, gerade weil sie deutlich mehr Funktionen als SMS bieten.  

Über 60% der deutschen Konsumenten machen sich diese neuen Funktionen in Situationen zunutze, in denen sie früher eine SMS verschickt hätten. Heute versenden sie Text-, Bild-, Ton- oder Videonachrichten und kommunizieren direkt in Gruppen. Wie grundlegend das gesamte Kommunikationsverhalten beeinflusst wird, zeigt sich darin, dass schon fast die Hälfte der Konsumenten zumindest gelegentlich Messengerdienste nutzt, anstatt mit jemandem zu telefonieren (49%). Fast jeder Zehnte ist erst durch Messengerdienste zum Nachrichten schreiben gekommen (9%).  

„Der PC hat die Schreibmaschine auch nicht einfach ersetzt, sondern unser Leben grundlegend verändert", sagt Dr. René Arnold, Abteilungsleiter bei WIK und Projektleiter der Studie, und weiter: „Jedem Dienst, der Kommunikation ermöglicht, das TKG überzustülpen, ist unlogisch und letztlich innovationsfeindlich."

Gegen eine direkte Substitution spricht ebenfalls, dass über die Hälfte der deutschen Konsumenten Messengerdienste und SMS parallel nutzt (51%). Die ausschließliche Nutzung der einen oder anderen Art von Dienst ist vergleichsweise selten: 21% versenden ausschließlich SMS und 20% nutzen nur Messengerdienste.

Insbesondere junge und gut verdienende Konsumenten nutzen Messengerdienste intensiv. Gleichzeitig erwerben diese Konsumenten hochpreisige Mobilfunkverträge mit viel Datenvolumen. Der Erfolg von WhatsApp und Co. ist also weder mit direkter Substitution zu erklären noch ist er unbedingt zum Nachteil der Telekommunikationsanbieter.

Weitere Informationen zur Studie:

Die vollständige Studie erscheint im Mai 2016 als WIK Diskussionsbeitrag und kann bei Ute Schwab (u.schwab(at)wik.org oder 02224 / 92 25 41) für 7,00 Euro vorbestellt werden.  

Für die Ergebnisse wurden insgesamt 1027 Personen vom 30.11. bis 07.12.2015 mittels Online-Befragung durch das internationale Marktforschungsinstitut YouGov befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+). 

Kontakt: 

Dr. René C.G. Arnold
Abteilungsleiter Märkte und Perspektiven
WIK Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH 
Rhöndorfer Str. 68, 53604 Bad Honnef 
Tel.: +49 (0)2224 92 25 25 
Mobil: +49 (0)160 96995842
Email: r.arnold(at)wik.org  / homepage: www.wik.org

 

Über das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK): 

Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) in Bad Honnef berät seit mehr als 30 Jahren öffentliche und private Auftraggeber weltweit in den Bereichen Telekommunikation, Internet, Post und Energie. Zu den Schwerpunktthemen gehören Politik, Regulierung und Strategie. Weitere Informationen finden Sie unter: www.wik.org.  

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